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PostPosted: Sat Dec 31, 2005 7:53 am 
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Wie sich freiwillige Helfer in den USA für ein Jugendgefängnis engagieren.

Am liebsten backen Florence Fellenz (89) und Mae Lundberg (87) Kekse für die Buben. Das wäre an sich ja noch nichts besonderes. Das machen ja viele ältere Damen gern. Außergewöhnlich aber ist die Klientel, die sich über die Naschereien freut: Denn bei den Buben handelt es sich um 90 teils schwerkriminelle Jugendliche im Alter zwischen 13 und 20 Jahren. Untergebracht sind sie in der "Minnesota Correctional Facility" in der kleinen Stadt Red Wing, 80 Kilometer südöstlich von den Twin Cities Minneapolis und St. Paul.

Unter den Insassen ist zum Beispiel der 17-jährige Gerry, der seit 13 Monaten hier wegen Raubes und anderer, kleinerer Delikte einsitzt. "Am liebsten hab ich ihre Brownies", berichtet Gerry, zwei bis drei Mal komme "seine" Großmutter, man sitze zusammen bei Kaffee und Kuchen. Dann werde geplauscht. Warum er sich über die Besuche der Häfen-Omis freut? "Weil man jemanden hat, der sich für einen interessiert. Sonst besucht mich ja niemand. Mein Vater und meine Brüder sind im Gefängnis."

Verantwortung und Respekt sollen die Jugendlichen hier lernen. Und nebenbei auch Bildung nachholen oder eine Lehre machen. "Die meisten hier hatten Probleme in der Schule", erklärt Jeremy, "sie sind mit Drogen in Kontakt gekommen und straffällig geworden." Der untersetzte Teenager hat schon 31 Monate in Red Wing hinter sich. Als 16-Jähriger hat er einen Mord begangen – davor war in zahlreiche Raubüberfälle involviert.

Für viele hier ist die Besserungsanstalt die letzte Chance, sich noch einmal in die Gesellschaft einzugliedern. Und damit die Inhaftierten nicht vollends von der Außenwelt abgeschnitten sind, kommen die freiwilligen Helfer. "150 Freiwillige leisten hier mehr als 6000 Stunden Arbeit pro Jahr", erklärt Nita O’Connel, die die Freiwilligen-Arbeit koordiniert.

Da gibt es einen Lehrer, der zwei mal pro Woche Gitarrespiel unterrichtet und einen Indianer, der für die Straftäter mit indigenen Wurzeln als spiritueller Mentor fungiert. Ein anderer bietet Meditationsklassen an, ein pensionierter Trainer spielt mit den Jugendlichen Fußball. Organisiert wird die freiwillige Arbeit von einer Non-Profit-Organisation, die bereits 1966 gegründet wurde.

Und nicht nur die Jugendlichen profitieren: Auch Oma Florence freut sich jeden Tag schon auf ihren Einsatz: "Schauen Sie", sagt die rüstige alte Dame, die früher einmal eine Waffenhandlung geführt hat: "Was soll ich denn sonst machen? Den ganzen Tag allein vor dem Fernseher sitzen?"

Quelle: Wiener Zeitung
http://www.wienerzeitung.at/DesktopDefa ... cob=213425

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- Johann Wolfgang von Goethe


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